Lichtmaschinenrotoren

Wenn Schäden auftreten, die in der heilen Welt der Werkstattliteratur nicht

vorkommen, ist guter Rat nicht teuer - Du findest ihn hier.

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kestrel401
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Lichtmaschinenrotoren

Beitrag von kestrel401 »

Hallo,

sind die Lichtmaschinenrotoren von LC, YPVS und Banshee eigentlich gleich bzw. austauschbar?

Die Ersatzteilnummern unterscheiden sich deutlich, aber das muss ja nicht unbedingt was heißen. Weil: Banshee-Rotoren sollten doch noch käuflich zu erwerben sein, oder?

Viele Grüße - Matthias
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Holliheitzer
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Beitrag von Holliheitzer »

Matthias, da gibt es einige Unterschiede .Auch bei den Limas, da funktionieren nur Paarungen,die auch zu einander gehören. Alleine die Üppsen haben mehrere verschiedene Limas/Polräder die man nicht so ohne weiteres mischen kann.

Gruß Holli
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kestrel401
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Beitrag von kestrel401 »

Ach... schade eigentlich.

Danke für die schnelle Antwort Holli!

- Matthias
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Heiner Jakob
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Beitrag von Heiner Jakob »

In Martin Kieltschs Tuningfibel findest Du eine Kompatibilitätsliste.
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Bigbike-Hunter
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Beitrag von Bigbike-Hunter »

Heiner Jakob hat geschrieben:In Martin Kieltschs Tuningfibel findest Du eine Kompatibilitätsliste.
Hallo Heiner, das ist richtig, aber so weit ich weiß hat Matthias eine 4L0
und da passt doch nur das Polrad von der 4L1. Eventuell könnte auch ein
Polrad mit Lima von der RD 400 passen, aber da bin ich mir nicht sicher.

VG BBH
RD350LC - leider verkauft,
MT-09 RN29 - total begeistert !
aber einmal 2T-Fan, bleibt 2T-Fan. :wink:
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kestrel401
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Beitrag von kestrel401 »

Ja, klar, Du hast Recht. Ich hatte es etwas in der Themenbeschreibung versteckt: Es geht in der Tat um die 4L0/4L1.

Na ja, wenn es so einfach noch Neuteile geben würde, dann wäre das sicher kein Geheimnis.

Viele Grüße - Matthias
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Heiner Jakob
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Polrad 4L0/4L1

Beitrag von Heiner Jakob »

Sorry, das hatte ich so nicht auf dem Schirm. Für die 4L0 / 4L1 kenne ich kein kompatibles Polrad. Von den luftgekühlten (2R8 und 2R9) mit E-Zündung passt das Polrad zwar auf die KW, die Nut ist aber versetzt. Es funkt also zum falschen Zeitpunkt. Hinzu kommt, dass diese Polräder sehr rar sind. Um die Information komplett zu machen: Der Stator von der AC und von der LC sind kompatibel. Die Stecker müssen allerdings getauscht werden.

Meine letzte Anfrage nach einem neuen Polrad vom freundlichen Yamaha-Händler brachte die erfreuliche Nachricht: noch lieferbar. Weniger erfreulich der Preis - ich habe ihn aus meinem Gedächtnis verdrängt...
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

Zur Vollständigkeit:
Yamaha Teilenummer: 4L0814505000
733,28 EUR
inkl. 19 % MwSt. zzgl. Versandkosten
Gruß Uwe
Mit einem Gruß aus dem Westen
*** Ein richtiges Motorrad braucht nur 2 Ventile. Eins am Vorder- und eins am Hinterrad. ***

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kestrel401
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Beitrag von kestrel401 »

Oh nee... die sind ja völlig durchgeknallt!

Und dafür (oder etwas weniger) kann man so einen verbogenen Rotor nicht wieder zurückbiegen/-pressen?

Aber gut, ich glaub's Euch ja... ;-)


- Matthias
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Heiner Jakob
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Rotor richten?

Beitrag von Heiner Jakob »

Kann man ein Polrad richten? Frei nach Radio Eriwan, im Prinzip ja - ABER: Ich kenne da einen Unerschrockenen (den kennen auch noch andere, vielleicht die meisten...), der richtet verzogene Rotoren und schweißt sogar Schwingungsrisse. Die entstehen ganz schnell, wenn der Rotor verzogen und damit unwuchtig ist. Ich war mal Augenzeuge eines Rennunfalls wegen eines exlodierten Schwungrads. Es hatte sich schrapnellartig (das ist eine Art Splittergeschoss) zerlegt und den Fahrer für Monate ins Krankenhaus geschickt. Richtig gesund wurde der nie mehr. Eine andere Begebenheit hat in einer schwäbischen Bastelbude statt gefunden. Da wollte einer das Polrad mit dem Klauenabzieher herunter würgen. Es gelang nicht. Darauf hin startete dieser Hirnie den Motor, ließ einen Gehilfen im Stand Vollgas geben und schlug mit dem Hammer auf das Polrad (nein - es ist nicht der 1. April). Das Polrad flog bei ungefähr 9000 Umdrehungen ab, knallte an die Decke, durchschlug die Wand und wurde Tage später 100 Meter weiter in einer Schlosserwerkstatt gefunden, wo es ein Fenster komplett zerlegt hatte. Das fliegende Polrad soll sogar noch ganz gut ausgesehen haben...
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kestrel401
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Beitrag von kestrel401 »

Hallo Heiner,

sehr beeindruckend, Deine Schilderungen!

Ich habe auch bestimmt keine "Hinterhofbastelei" im Sinn, wenn ich an das Richten von Polrädern denke. Ohne Vorrichtungen, d.h. passender Stempel und Matrize, wird das kaum exakt gehen. Das aber wiederum sind doch relativ schlichte Drehteile - wie der zu richtende Gegenstand selbst ja auch rotationssymmetrisch ist.

Diese Vorrichtungen sollten doch für 700 Euro zu fertigen sein - das war mein Gedanke.

Auf den Bildern von Holger (Holli) hier irgendwo im Forum war zu sehen, daß die Verformung der Polräder am stärksten in der Scheibenfläche ist. Vermutlich wir auch die "Glocke" (Umfangsfläche) vom Klauenabzieher noch aufgebogen werden. D.h. die Aufgabe wäre, die Nabe wieder rechtwinklig zum Umfang zu bekommen und ggf. den Umfang wieder kreisrund zu machen. Aber ob das mit meiner gedachten Topf/Stempel-Kombination tatsächlich zu erreichen wäre weiß ich natürlich nicht, es ist ja nur eine Überlegung.

Aber hier im Forum laufen ja auch reichlich Praktiker herum, vielleicht können die meine Idee ja kommentieren...

Viele Grüße - Matthias
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

So abwegig ist die Idee nicht. Da die "Glocke" aus relativ weichem Material ist könnte das eventuell sogar funktionieren.
Dann anschließend dynamisch wuchten.
Gruß Uwe
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Heiner Jakob
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Beitrag von Heiner Jakob »

Ich prüfe die Polräder vor dem Einbau auf zwei Schneiden aus austenitischem (nichtmagnetischen) Stahl, außerhalb der Reichweite von Eisenwerkstoffen, damit die Permanentmagnete das Ergebnis nicht beeinflussen können. Dazu montiere ich einen eigens gefertigten Dorn im Konus. Das Verfahren ist so präzise, dass sogar die kleine Scheibenfeder ("Keil") deutlich ins Gewicht fällt. Die Polräder sind werksseitig sehr fein gewuchtet. Meiner Ansicht nach ist das "Auswiegen" sehr genau und völlig ausreichend. Auch Schleifscheiben in großen Rundschleifmaschinen werden so gewuchtet.

Wie ein malträtiertes Polrad im Extremfall aussehen kann, zeigt das Bild. Meist sind die Risse kaum zu erkennen und zeigen sich erst nach dem Entnieten. Leider weisen die meisten unwuchtigen Polräder Haarrisse auf, da sie ja mitunter so lange gefahren werden, bis auch die Kurbelwelle einen Schlag hat und die zerstörerischen Hochfrequenzschwingungen weiter verstärken. Was das Richten anbelangt, möchte ich anmerken, dass das Zurückbiegen von Deformationen zunächst eine Überdehnung in Gegenrichtung verlangt. Alleine das Pressen mit Stempel und Matritze in Nulllage zurück würde die Deformation nicht gänzlich beseitigen.

Bei mir lagerten über zehn Jahre lang ein ganzer Fachboden voller Polräder mit Maul- und Klauenseuche. Schließlich trennte ich die noch guten Naben heraus und verschrottete den Kram. Es waren irgendwie an die dreißig Stück. Wenn ich eine seriöse Raparaturmöglichkeit gesehen hätte, die Polräder wären nicht in den Schrott gewandert. Es mag weniger schlimm deformierte Exemplare geben, aber normalerweise hält der Konus so fest, dass das Abziehen für viele auch mit dem Zentralabzieher ein Problem darstellt, weil sie nie gelernt haben, wie das geht. Mit den Klauen macht man dann wirklich alles kaputt.
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2-Takt-Sigi
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Beitrag von 2-Takt-Sigi »

Hallo

Zerbreche mir schon länger den Kopf übers auswuchten, aber das ist genial, ja wenn man was im Kopf hätte...

Ich stell mir das so vor:

25cm Welle, vorne mitm Konus, aufs Polrad gesteckt-oder leicht angeschraubt.
Auf einer dieser Schneiden liegt die Welle auf, neben dem Polrad.
Die andere Schneide ist hinten oben.


Falls das nicht stimmt kannst Du bitte ein Bild/Beschreibung einstellen?

Gruss Sigi
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert!
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Heiner Jakob
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Beitrag von Heiner Jakob »

Falls das nicht stimmt kannst Du bitte ein Bild/Beschreibung einstellen?
Hier sind drei Fotos der Vorrichtung.
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Polrad-Prüfung 3.JPG
Polrad-Prüfung 3.JPG (25.39 KiB) 398 mal betrachtet
Polrad-Prüfung 2.JPG
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Polrad-Prüfung 1.JPG
Polrad-Prüfung 1.JPG (34.77 KiB) 398 mal betrachtet
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