Kulbelgehäuse (4L0)

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werner65
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Kulbelgehäuse (4L0)

Beitrag von werner65 »

Hallo!

Da bei meinem Kurbelgehäuse(4L0) das Primärantriebseitige Hauptlager mitgedreht hat habe ich mich auf die Suche nach einem guten gemacht und insgesamt 4 Stück besichtigt, aber kein einziges davon war heil deshalb habe ich von einem Kauf abstand genommen weil ich 2 Stück solche selber habe!

Nun meine Frage braucht man den Pinanschlag wirklich ? Wer fährt mit solch einem Gehäuse wo der Anschlag kaputt ist und wie lange schon?
Ein alter Motorrad Mechaniker meinte Lager einkleben und gut ists, hier im Forum habe ich allerdings gelesen das das kleben anscheinend auch nicht hält!


Mfg
Werner 65
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Holliheitzer
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Beitrag von Holliheitzer »

Hallo Werner,

nimm doch einfach ein Lager mit Stift anstatt dem Pin. Das bleibt dann da wo es hingehört, siehe alle anderen Hauptlager der Welle .Einkleben würde ich nicht weil die Welle sich auch dehnt . Dann läuft der Druck gegen das Lager weil es fest ist und nicht gehen kann.

Gruß Holli
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werner65
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Beitrag von werner65 »

Hallo!
Kann man das Lager von der Limaseite nehmen?
Es steht zwar eine andere Nummer drauf als beim Primärseitigen oder ist das nur weil das andere einen Pin hat?
Also würde das von der Lagerluft oder wie das heisst passen?
Allerdings ist dann der Stift ziemlich weit innen an der Kante des Gehäuses ,ob das hält ?
Oder kann man bei dem Lager das für die Primärseite vorgesehen ist den Pin wegschleifen und einen Stift in die selbe Ebene setzen ?
Nur wie tief darf man bohren und welchen Bohrer verwenden(Lagerschalen sind ziemlich hart) sind solche Stifte Standardware oder speziell für Lager?
Oder gibs vielleicht Lager wo das schon passt?

Mfg
Werner
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

Das Lager auf der Primärantriebsseite hat zusätzlich noch eine Nut für den Ring damit dieses Lager als Festlager dient.
Ansonsten ist die Spezifikation aller Lager gleich.
Ich denke ob Pin oder Stift liegt am Hersteller. Was ich bisher gesehen habe, haben die Original-Yamaha-Lager einen Pin. Die Zubehörlager haben einen Stift.

Pin oder Stift?

Etwas zur Begrifflichkeit. Also eigentlich heißt "Pin" ja "Stift". Hier ist das wohl so gemeint, dass das was hier "Stift" genannt wird ein ca. 3 mm Stift ist. Bei dem was hier "Pin" genannt wird, handelt es sich hier um einen ca. 0,5 bis 1 mm langen, abgerundeten Stift der eher wie ein kleines Kügelchen aussieht. Das nur zur Erklärung für diejenigen die sich darunter nichts vorstellen können.

Gruß Uwe


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DRIVER 27
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Beitrag von DRIVER 27 »

hi, das lager der limaseite geht nicht -keine nut vorhanden ,es gibt aber prox lager mit nut die den stift an der seite haben..driver#27
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Holliheitzer
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Beitrag von Holliheitzer »

Ich meine das die meisten Lager für die RD heutzutage den Stift haben und nicht mehr das kleine Kügelchen. Meine zuletzt gekauften HIC Lager bei Yambits hatten alle den Stift. Bei den Koyo die ich gekauft hatte, war das bisher auch so.

Das Kügelchen wird wohl die Aufgabe haben , das Lager notfalls wandern zu lassen denke ich. Aus welchem Grund sollte Yamaha bei dem Lager sonst den Stift gegen den kurzen Pin getauscht haben? Das Primärlager nimmt die ganzen Lastwechsel auf, das muss echt leiden. Und je nachdem wie man schaltet,wie gut der Kupplungskorb sich noch abfedert und wie man Lastwechsel am Gas produziert, dreht sich das Lager im Sitz. Da gibt es Motoren die eine lange Spur vom Pin im Lagersitz haben, andere weisen nur wenige mm auf.

Mit dem Stift ist das dann vorbei, schont den Lagersitz.

Ich habe hier auf dem Foto noch ein nagelneues Primärlager vom Marco Böhmer, das wurde nachträglich mit einem Spannstift versehen. So gehts auch.

Wer das haben möchte,PN an mich. Ich nehme nur noch Japan -Lager.

Gruß Holli
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

Einige verbauen alle Lager als NR Version ohne Pin/Stift aber mit Nut und legen dann einen Viton-Ring in die Nut, so dass die Lager fest in ihrem Sitz liegen.
Ich selbst habe aber keine Erfahrung damit gemacht.
Zu den KW-Lagern hatte der Heiner kürzlich etwas geschrieben, nämlich dass die Original-Yamaha-Lager speziell von Koyo für Yamaha gefertigt werden und in einigen Dingen voneinander abweichen. http://forum.rd350lc.de/viewtopic.php?t=21446
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stullefumi
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Beitrag von stullefumi »

Hallo

Wenn das Gehäuse ausgeleiert ist, hilft weder ein Spannstift noch ein O-Ring.
Der Spannstift schert irgendwann ab und der O-Ring wickelt sich auf und verstopft die Ölbohrung.
Alle Verdrehsicherungen funktionieren nur bei einem intaktem Gehäuse.
Einfach die Lagersitze neu machen.

Gruß Stulle
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

Hast schon Recht, Stulle.
War eher als Hinweis auf die Vorsichtsmaßnahme gedacht, damit man sich sein intaktes Gehäuse zerstört.
Wer fährt denn mit den O-Ringen?
Und wie sind die Erfahrungen damit?
Würde mich mal interessieren.
Gruß Uwe
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stullefumi
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Beitrag von stullefumi »

Meine Hot-Rod Wellen haben orginal alle Lager mit O-Ringen gesichert.
Wegen der aufwickelei tausche ich die äußeren Lager gegen Lager mit Pin.
Die Gehäuse bei einer 350er sind halt Verschleißteile.

Gruß Stulle
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Holliheitzer
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Beitrag von Holliheitzer »

Man müsste auch mal wissen, ab wann ein Lagersitz verschlissen ist. Ich weis das Marco die Sitze durch eine VA Einlage unten im Gehäuse ein und für alle Male stabil hinbekommt. Nur ab wann ist sowas nötig? Klar ist,das bei Einsatz eines geradverzahnten Antriebs sowas von vorne hinein zu empfehlen ist.

Um den Lagersitz zu checken, stecke ich im leeren und sauberen Gehäuse das eine Lager unten in den Lagersitz. Fällt es so von alleine schon komplett hinein,ist das eher schlecht. Muss man es mit Kraft reindrücken,finde ich das schon besser.
Dann schraube ich das immer noch leere Gehäuse schrittweise zusammen und schaue mir an,ab wann das einzellne Lager fest sitzt bzw. überhaupt fest sitzt.
Solche Überprüfungs-Schritte durchlaufen bei mir immer den kompletten Motor. Nichts wird blind verbaut und vor allem immer gemessen.

Das ist aber nur meine Methode und ob sowas eine Aussagekraft hat, weis ich nicht. Ich selektiere aber so meine Gehäuse (bzw. auch alle weiteren Teile). Diverse "Rattermacken" im Sitz verraten auch schon den ungefähren Zustand. Da ist umso weniger desto besser.

Gruß Holli
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werner65
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Beitrag von werner65 »

Hallo!
Da scheint es bei Yamaha eine Änderung gegeben zu haben
Ich habe vorige Woche die beiden äussern Hauptlager bestellt
und bei mir hat das Limaseitige Lager auch eine Nut nur ist der Stift so weit aussen das ich dieses primärseitig nicht verwenden kann weil der Stift schon an der Gehäusekante wäre.
Limaseitig ist es ein Koyo 6305 Hyrinlt
Primärseitig ein Hic 83406
Ausserdem sind die Nummern anders als im Online-Erstzteilkatalog.
Welches Lager in welcher Schachtel weis ich nicht mehr.

Habe es zwar jetzt noch nicht vor aber weis jemand was so eine Gehäuseüberholung mit den Stahllagersitzen kostet?

Mfg
wernerll
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MartinS
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Beitrag von MartinS »

Hallo Werner
ich habe mir vor 3 Jahren bei der 4L1 die beiden äußeren Yamaha-Lager neu einbauen lassen. Das rechte hatte die Nummer 30549 und hatte den kurzen Mini-Pin drin, sah also aus wie das linke Lager auf deinem Bild, war aber im rechten Karton drin.
Das Lager mit der Kartonnr. -571 sitzt bei meiner KW links drin und hat auch den langen Stift wie auf dem Foto. Wieso da zusätzlich eine Ringnut drin ist, erschließt sich mir nicht. Mit dem rechten Lager sollte man es theoretisch nicht verwechseln können, weil die Lage des Pins/Stifts zur Ringnut unterschiedlich ist.
Schönen Gruß
Martin
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kestrel401
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Beitrag von kestrel401 »

Hallo,

könnt Ihr Euch eigentlich auch Situationen vorstellen, bei denen die Kurbelwellenlager *nicht* erneuert werden?

Hintergrund der Frage ist meine 4L0, letztes Jahr gekauft als angeblich neu gelagert und mittlerweile knapp 4.000km von mir gefahren. Alles was ich bisher aufgemacht und kontrolliert habe war eigentlich in perfektem Zustand - bis auf das Nadellager der Getriebeabtriebswelle :-(

Wie prüfe ich die Kurbelwellenlager?

Viele Grüße - Matthias
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Kilroy
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Beitrag von Kilroy »

Du kannst eigentlich nur eine Sichtkontrolle der äußeren Lager machen - Käfig und Lagersitze.
Wenn Du die Lager mit Bremsenreiniger reinigst und dann ein wenig 2T-Öl dran machst, dann sollen sie rund und ohne Auffälligkeiten laufen.
Austausch der Lager nach Laufleistung bzw. falls Du Auffälligkeiten feststellst.
Gruß Uwe
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