Hubscheibe von Yambits 0,3 mm breiter als das Originalteil
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Hubscheibe von Yambits 0,3 mm breiter als das Originalteil
Auf rund 60,- Euro kommt man mit Nebenkosten für die nachgebaute lichtmaschinenseitige Hubscheibe aus dem Sortiment von Yambits. Schon rein äußerlich unterscheidet sich die Hubscheibe vom Originalteil. Zum Beispiel ist die Fase sehr viel kleiner. Was wirklich irritiert: Die Hubscheibe ist 0,3 mm breiter als das Originalteil. Das heißt, die Kurbelwelle wird zur Lichtmaschine hin im Außenmaß um 0,3 mm länger. Die Welle passt trotzdem ins Kurbelgehäuse, und die relevanten Maße für die Mittigkeit der Pleuel ändern sich nicht. Die von P J Motorcycle Engineers LTD in U.K. und anderen Händlern angebotenen Hubscheiben sind übrigens baugleich mit denen von Yambits. Früher gab es bei bei ProX ebenfalls Kurbelwellenteile einzeln zu kaufen. Die waren maßhaltig und zu hundert Prozent kompatibel. Im aktuellen ProX-Angebot gibt es nur noch die Kurbelscheibe mit dem angeschmiedeten Hubzapfen, allerdings zu einem so hohen Preis, dass sich die Anschaffung nicht lohnt.
Die Nachbauwangen sind sehr genau gearbeitet. Da gibt es nichts, aber auch rein gar nichts zu mäkeln. Beim Zusammenpressen entstehen keinerlei Probleme. Es ist ein absolut perfekter Rundlauf ohne irgendwelche Tricks zu erzielen - einfach nur genau pressen, fertig. Das Seitenspiel am Pleuelfuß bleibt in der Toleranz. Man presst eben nicht auf 52 mm sondern auf 52,3, weil die Wange eben genau um diese 0,3 mm breiter ist. Wuchtungstechnisch ist nichts festzustellen. Die so reparierten Wellen bleiben auf den Schneiden in jeder Position liegen, rollen also nicht in eine bestimmte Position. Somit entspricht die Wuchtung genau dem Serienteil.
Man kann diese 0,3 mm Übermaß mit geeigneten Schneidwerkzeugen an der äußeren Flanke abdrehen. Das Material dieser Wangen ist aber verdammt zäh, mindestens so zäh wie das der Yamaha-Teile. Ich habe eine der Yambits-Wangen auf des Originalmaß abgedreht. Es geht, wenn auch mühselig. Mit einer Rundschleifmaschine ließe sich das professioneller bewerkstelligen.
Aus technischer Sicht kann ich also kein Haar in der Suppe finden. Festigkeit und alle anderen Maße stimmen. Die 0,3 mm haben mich einfach nur gewundert.
Meine Nachfrage bei Yambits lief übrigens ins Leere - keine Antwort.
Die Nachbauwangen sind sehr genau gearbeitet. Da gibt es nichts, aber auch rein gar nichts zu mäkeln. Beim Zusammenpressen entstehen keinerlei Probleme. Es ist ein absolut perfekter Rundlauf ohne irgendwelche Tricks zu erzielen - einfach nur genau pressen, fertig. Das Seitenspiel am Pleuelfuß bleibt in der Toleranz. Man presst eben nicht auf 52 mm sondern auf 52,3, weil die Wange eben genau um diese 0,3 mm breiter ist. Wuchtungstechnisch ist nichts festzustellen. Die so reparierten Wellen bleiben auf den Schneiden in jeder Position liegen, rollen also nicht in eine bestimmte Position. Somit entspricht die Wuchtung genau dem Serienteil.
Man kann diese 0,3 mm Übermaß mit geeigneten Schneidwerkzeugen an der äußeren Flanke abdrehen. Das Material dieser Wangen ist aber verdammt zäh, mindestens so zäh wie das der Yamaha-Teile. Ich habe eine der Yambits-Wangen auf des Originalmaß abgedreht. Es geht, wenn auch mühselig. Mit einer Rundschleifmaschine ließe sich das professioneller bewerkstelligen.
Aus technischer Sicht kann ich also kein Haar in der Suppe finden. Festigkeit und alle anderen Maße stimmen. Die 0,3 mm haben mich einfach nur gewundert.
Meine Nachfrage bei Yambits lief übrigens ins Leere - keine Antwort.
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Zuletzt geändert von Heiner Jakob am Fr 22. Mär 2013, 04:08, insgesamt 3-mal geändert.
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- Heiner Jakob
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Heute rief mich ein Bekannter an und informierte mich, dass diese Hubscheiben von ein und demselben Hersteller stammen, ganz gleich, wo man sie kauft, und daher baugleich sind. Ursprungsland soll Taiwan sein. Es ist also völlig egal, wo man die Dinger kauft, ob von ProX für teures Geld oder bei Yambits oder Pjim, sie sind identisch. Die Qualität ist übrigens in Ordnung, abgesehen davon, dass sie drei Zehntel zu breit sind. Der Hub stimmt genau. Ein Rundlauf im Bereich von 0,01 mm ist drin.
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Heiner, Du redest ja hier über die inneren Kurbelwangen mit den Hubzapfen. Wie sieht das denn mit den äußeren Kurbelwangen mit dem Polradstumpf bzw. Primärantriebsstumpf aus? Sind sie auch dicker?
Dann wären es schon 0,6 mm.
@Holli: Wenn dem Norbo das nicht gefällt, was nimmt denn er für Teile? Es scheint ja wohl nichts anderes zu geben.
Gruß Uwe
Dann wären es schon 0,6 mm.
@Holli: Wenn dem Norbo das nicht gefällt, was nimmt denn er für Teile? Es scheint ja wohl nichts anderes zu geben.
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Abgebildet ist die Polradseite einer 4Lx Welle - erkennbar am Kegelstumpf und an den 52 mm.
Also wenn ich das richtig sehe, dann ist das dargestellte Maß das Maß F aus dem WHB. Das soll laut Yamaha bei der 4L0 52 mm und bei der 31K/29L 54 mm betragen. Toleranz ist jeweils +0 / -0,05 mm. Also 5/100 Untermaß und keine Toleranz nach oben.
Die Frage ist doch, ob die entsprechende Gegenstück auch dicker ist. Und vor allem wie verhält sich das Ganze beim verpressen, denn da kommt es ja auf das Maß zwischen den beiden Kurbelwangen an. Das darf ja nur so groß sein, dass das Pleuelspiel nicht zu groß wird bzw. zu klein.
Die zweite Frage die sich mir stellt ist folgende: wie verhält sich eine breitere Welle im Betrieb? Die Welle passt zwar so in das Gehäuse, aber durch die axiale Bewegeung könnte es da eventuell doch zur Kollision mit dem Gehäuse kommen?
Ich vermute mal, dass alles funktioniert da ja bisher die Erstazwangen auch von Yambits geliefert wurden. Oder sind diese Maßunterschiede erst bei neueren Teilen aufgefallen?
Gruß Uwe
Also wenn ich das richtig sehe, dann ist das dargestellte Maß das Maß F aus dem WHB. Das soll laut Yamaha bei der 4L0 52 mm und bei der 31K/29L 54 mm betragen. Toleranz ist jeweils +0 / -0,05 mm. Also 5/100 Untermaß und keine Toleranz nach oben.
Die Frage ist doch, ob die entsprechende Gegenstück auch dicker ist. Und vor allem wie verhält sich das Ganze beim verpressen, denn da kommt es ja auf das Maß zwischen den beiden Kurbelwangen an. Das darf ja nur so groß sein, dass das Pleuelspiel nicht zu groß wird bzw. zu klein.
Die zweite Frage die sich mir stellt ist folgende: wie verhält sich eine breitere Welle im Betrieb? Die Welle passt zwar so in das Gehäuse, aber durch die axiale Bewegeung könnte es da eventuell doch zur Kollision mit dem Gehäuse kommen?
Ich vermute mal, dass alles funktioniert da ja bisher die Erstazwangen auch von Yambits geliefert wurden. Oder sind diese Maßunterschiede erst bei neueren Teilen aufgefallen?
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- Heiner Jakob
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Bei 8 von 10 Kurbelwellen ist der Hauptlagersitz an der Lichtmaschinenseite eingelaufen, meistens auf 0,05 mm Untermaß. Wer wie ich nicht zu Loctite und Co. greifen möchte, kann die Wellen entweger verschrotten oder ist auf solche Ersatzteile angewiesen. Das Bild zeigt, wie weit die Wellen limaseitig bei einer Polradunwucht auseinanderlaufen. Das hier ist mehr als 1 mm. Platz ist also genug für 0,3 mm pro Wange. Das ist nicht das Problem.
Diese Nachbauteile entsprechend den ebenfalls von Yambits (und anderen Händlern) angebotenen Nachbau-Kurbelwellen, die ja auch in die Gehäuse passen.
Diese Nachbauteile entsprechend den ebenfalls von Yambits (und anderen Händlern) angebotenen Nachbau-Kurbelwellen, die ja auch in die Gehäuse passen.
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- Kurbelwellenschaden komprimiert.jpg (31.4 KiB) 390 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Heiner Jakob am Fr 22. Mär 2013, 04:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Wie auf den Bildern zu erkennen, gibt es kein Platzproblem im Kurbelgehäuse. Selbst wenn man alle Wangen um 0,3 mm breiter machen würde, gäbe es keine Berührung mit den Gehäusewandungen.
Anmerkung: Die KW ist nur testweise in ein übrig gebliebenes Gehäuseunterteil eingelegt. Sonst wären die Dichtflächen (und alles andere auch) picobello sauber.
Anmerkung: Die KW ist nur testweise in ein übrig gebliebenes Gehäuseunterteil eingelegt. Sonst wären die Dichtflächen (und alles andere auch) picobello sauber.
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